Eine Glaskugel liegt auf einer Steinmauer im Abendlicht und zeigt kopfüber einen kleinen runden Ausschnitt der Umgebung, dahinter die tief stehende Sonne

Personal Branding auf LinkedIn. Was dein Profil zeigen muss

Personal Branding LinkedIn ist keine Frage der Beitragsfrequenz. Es ist eine Frage der Übereinstimmung. Dein Profil zeigt auf den ersten Blick, wer du bist, was du tust und für wen.

Es sagt dabei dasselbe wie deine Website. Bild und Text müssen zusammenpassen, bevor jemand einen Beitrag von dir liest.

Was schaust du dir zuerst an, wenn du ein fremdes Profil öffnest? Vermutlich das kleine runde Bild. Dann die Zeile darunter. Den Text liest du später oder gar nicht.

Das geht fast allen so, und es ist kein Versäumnis. Es heißt nur, dass die Arbeit vorn beginnt, bei dem, was Menschen sehen. Ein Budget brauchst du dafür nicht. Du brauchst eine Stunde und eine Reihenfolge.

Ich gehe dein Profil von oben nach unten durch: Bild, Banner, Überschrift, Beiträge. Bei jedem Punkt steht, was du prüfst und warum. Am Ende wartet ein Test für fünf Minuten.

Das Profilbild ist ein kleiner runder Ausschnitt

Prüfe: Erkennst du dich, wenn das Bild kaum größer ist als ein Daumennagel? So klein erscheint es in der Suche und unter Kommentaren, und dort entscheidet es.

Kameraobjektiv von vorn, die Blende bildet eine kleine runde Öffnung, warmer Lichtreflex fällt von links ins Glas
Foto: rrudenkois / Adobe Stock

Grund: Menschen erkennen ein Gesicht, bevor sie einen Namen lesen. Ist der Ausschnitt zu weit, bleibt ein Fleck. Ist er zu eng, schneidet der Kreis Haare oder Schultern an.

Umsetzung: LinkedIn nimmt Dateien von 400 × 400 bis 7680 × 4320 Pixeln, höchstens 8 MB, als PNG oder JPG. Die Hilfe rät zu einem Foto, das kaum Zuschnitt braucht. Schneide dein Bild also vorher quadratisch zu, mit etwas Luft um den Kopf, und prüf es im Kreis. Eine Illustration ist erlaubt, wenn sie dich erkennbar zeigt.

Wie du den Zuschnitt für mehrere Orte planst, steht in Personal Branding Fotografie. Dort findest du auch einen Test mit drei Ausschnitten.

Das Banner ist eine breite Fläche mit einer belegten Ecke

Prüfe: Liegt der wichtigste Inhalt da, wo dein Profilbild ihn nicht verdeckt? Das Banner erscheint hinter dem Profilbild. Damit ist die linke untere Ecke belegt.

Grund: Am Handy wird der Rand anders beschnitten als am Rechner. Steht ein Satz in der falschen Ecke, wirkt er wie ein Fehler, obwohl er als Entscheidung gemeint war.

Umsetzung: LinkedIn empfiehlt 1584 × 396 Pixel, also ein Format von 4 zu 1. Halte die Ecke unter dem Bild frei. Setz höchstens einen kurzen Satz auf die Fläche daneben. Farben und Schrift kommen aus deinem Auftritt und nicht aus einer Vorlage. Sieh dir das Ergebnis am Rechner und am Handy an.

Die Überschrift sagt deinen Satz

Prüfe: Steht unter deinem Namen eine Berufsbezeichnung oder ein Satz? Die Zeile erscheint überall, wo dein Name erscheint. Eine Berufsbezeichnung sagt, was du bist. Ein Satz sagt, was du tust, für wen und woran andere dich erkennen.

Die Spitze eines Kugelschreibers liegt auf einer leeren Zeile in einem linierten Heft, warmes Licht fällt schräg über das Papier
Foto: Omega / Adobe Stock

Grund: Diesen Satz hast du vermutlich schon. Er ist der erste Teil deiner Personenmarke, wie ihn Was ist Personal Branding beschreibt. LinkedIn ist nur einer von mehreren Orten, an denen er stehen muss.

Umsetzung: Nimm den Satz von deiner Website und kürze ihn, ohne ihn umzudeuten. Der Info-Text darunter führt ihn aus. Er nennt, wofür du stehst, und auch, wofür nicht. Wie der Satz entsteht, wenn es ihn noch nicht gibt, zeigt die Markenstrategie.

Beiträge sehen aus wie der Rest

Prüfe: Würdest du einen Beitrag von dir erkennen, wenn dein Name fehlt? Bilder, Grafiken und Karussells sind gestaltete Flächen. Sie brauchen dieselben Farben und dieselbe Schrift wie Website und Banner.

Grund: Wiedererkennbarkeit entsteht durch Gleichbleiben. Wer alle paar Wochen anders aussieht, fängt jedes Mal von vorn an.

Umsetzung: Ein kleines Set reicht. Zwei oder drei Vorlagen genügen, etwa für Text auf Fläche und für Bild mit Zeile. Die Regeln dafür stehen in einem Regelwerk, wie es Corporate Design beschreibt. Auch ein kleines Regelwerk ist besser als keins.

Wo die Gestaltung endet

Reichweite lässt sich nicht gestalten. Ich kann Profilbild, Banner und Beitragsformate bauen, die zusammenpassen. Wie oft du postest und wer deine Beiträge sieht, liegt außerhalb davon.

Anzeigen gestalte ich, geschaltet und ausgewertet werden sie von anderen. Das ist ein eigenes Handwerk. Deshalb findest du hier keine Zahl zu Followern oder Reichweite.

Fünf Minuten: der Daumen-Test

Öffne dein eigenes Profil am Handy. Halte es auf Armlänge und deck den Text mit dem Daumen ab. Jetzt sind nur Bild und Banner zu sehen.

Eine offene Hand hält eine Sanduhr, goldener Sand rinnt hindurch, helles Gegenlicht fällt von links ein
Foto: zephyr_p / Adobe Stock

Beantworte eine Frage mit Ja oder Nein: Sagen die beiden zusammen dasselbe wie deine Startseite? Bei einem Nein notierst du, was nicht passt. Das Licht im Bild, die Farbe im Banner oder die Schrift?

Was danach kommt

Du weißt jetzt, was Fremde sehen, bevor sie lesen. Dazu eine zweite Frage, wieder mit Ja oder Nein: Steht dein Satz an allen Orten, auf der Website, im Banner und in der Überschrift?

Wenn du das lieber zu zweit angehst, schauen wir gemeinsam drauf. Ich höre mir an, wofür du stehst, und sage dir, was ich sehe. Profilbild, Banner und Beitragsformate gestalte ich als Teil eines Auftritts. Wie eine Zusammenarbeit aussehen kann, steht unter Journeys.

Erst existieren lassen, dann perfektionieren. Ein Profil wird nicht gelesen, sondern erkannt. Wo dieses Profil im Ganzen einer Personenmarke steht, zeigt Personal Branding.

Häufige Fragen

Was ist Personal Branding auf LinkedIn?

Personal Branding auf LinkedIn ist die Gestaltung dessen, was dein Profil zeigt, bevor jemand liest: Profilbild, Banner, Überschrift und Beitragsformate. Es sagt dasselbe wie deine Website und dein Angebot. Ziel ist, dass Menschen dich erkennen und einordnen können, ohne vorher mit dir zu sprechen.

Welche Größe hat ein LinkedIn-Banner?

LinkedIn empfiehlt für das Banner deines persönlichen Profils 1584 × 396 Pixel, also ein Format von 4 zu 1. Die Datei darf höchstens 8 MB groß sein, LinkedIn nennt PNG oder JPG als Dateityp. Halte die linke untere Ecke frei, weil dort das Profilbild liegt.

Welche Größe braucht das LinkedIn-Profilbild?

Das Profilbild muss zwischen 400 × 400 und 7680 × 4320 Pixeln liegen und darf höchstens 8 MB groß sein. Angezeigt wird es rund. Wähle ein Quadrat mit etwas Luft um den Kopf, damit der Kreis nichts abschneidet.

Was gehört in die Überschrift eines LinkedIn-Profils?

Ein Satz, der sagt, was du tust, für wen du es tust und woran andere dich erkennen. Eine reine Berufsbezeichnung beantwortet nur die erste dieser Fragen. Nimm den Satz, der auch auf deiner Website steht, und kürze ihn, ohne ihn zu verändern.

Brauche ich Anzeigen für Personal Branding auf LinkedIn?

Nein. Die Grundlage ist ein stimmiges Profil, und das kostet Zeit, kein Budget. Wenn du später Anzeigen willst, brauchst du Grafiken dafür. Ich gestalte sie, aber ich schalte sie nicht und werte sie nicht aus.

Über den Autor

Christopher Hackmann ist Brand- und Kommunikationsdesigner in Berlin und Gründer von SoulVision Studio. Er hat einen Bachelor in Grafikdesign und Visueller Kommunikation der HMKW Berlin und ist ausgebildeter Mediengestalter Digital und Print (IHK). Er hat als Art Director in Kundenprojekten gearbeitet, Corporate Designs und Logos entwickelt und Designteams gebrieft. Er gestaltet Profilbild, Banner und Beitragsformate als Teil eines Auftritts, schaltet aber keine Anzeigen. Deshalb beschreibt dieser Text ein Profil von der Gestaltungsseite aus.

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